Eistanzen
Eine weitere der vier Eislaufdisziplinen ist das Eistanzen. Immer bilden ein Mann und eine Frau das Eislaufkunstlaufpaar. Unter Fachleuten wird das Eistanzen oft als technisch schwierigste Form des Eislaufens bezeichnet. Das Paar bewegt sich tänzerisch und akrobatisch zur Musik, immer bestrebt das strenge Regelwerk im Eistanz exakt zu beachten.
Beide Künstler müssen exakte Fußarbeit, Vielfalt und Originalität beweisen. Es muss pro Läufer immer mindestens ein Schlittschuh auf dem Eis sein, außer bei Hebungen. Diese dürfen allerdings nicht länger als 5 Sekunden andauern. Nur bei Haltungswechseln oder Längsschrittfolgen darf sich das Eislaufpaar loslassen, allerdings darf es nie mehr als zwei Armlängen voneinander entfernt sein. Der wettkampfsportliche Charakter einer Show muss immer überwiegen. Daher wird besonderen Wert auf die technische Schwierigkeit einer Darbietung gelegt. Beim Eistanzen erfolgt die Bewertung durch zwei spezielle Punktsysteme.
Beim Technical Element Score (TES) vergeben die Kampfrichter Punktzahlen für die vorgeführten Elemente. Beim Programm Component Score (PCS) dagegen richtet sich die Wertung nach der Umsetzung der Musik im Tanz, der Fähigkeit des Schlittschuhlaufens und dem Gesamtkönnen des Eistanzpaares.
Bis 2010 bestand ein internationaler Wettkampf immer aus drei Teilen. Auf einem Kongress des Eislaufverbandes im Jahre 2010 wurde der Pflichttanz jedoch abgeschafft. Seitdem gibt es bei Eistanzwettbewerben pro Tanzpaar noch 2 Teildisziplinen, den Kürtanz und dem Originaltanz.
Beim Kürtanz wählt das Eistanzpaar die Musik selbst. Die Kür muss eine Kombination aus neuen und bekannten Tanzschritten sein und geforderte Elemente enthalten. Ein Kürtanz dauert 4 Minuten, Abweichungen davon dürfen 10 Sekunden nicht unter- oder überschreiten.
Beim Originaltanz wird ein gewisser Rhythmus vorgegeben, wonach das Eistanzpaar seine Musik wählen darf. Wie beim Einzel- oder Paarlauf gibt es beim Eistanzen auch die Interpretationskür, die jedoch, auf Europa- oder Weltmeisterschaften oder den Olympischen Spielen nicht gezeigt wird. Bei der Interpretationskür geht es in erster Linie um die Harmonie der Eistänzer und den künstlerischen Ausdruck, weniger um die Schwierigkeit von gezeigten Elementen.